Laktase Tabletten – 4 Gründe warum sie bei Ihnen nicht wirken

Laktase Tabletten – 4 Gründe warum sie bei Ihnen nicht wirken

Laktase Tabletten, für einige Betroffene sind das wirkungslose Biesterchen die freies Genießen versprechen – aber manchmal ihr Wort nicht halten.
In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie bei der Einnahme von Laktase achten sollten. Es ist sind 4 einfache Faustregeln, die wir bei der Laktasekampagne mit unseren Bestellern herausgefunden haben. Wir wollen Ihnen damit helfen zu erfahren, dass Laktase richtig eingesetzt bei Laktoseintoleranz helfen und ein großes Maß Freiheit zurückbringen kann.

Laktase wirkt nicht immer

Laktase – Wirke bitte!

Sie haben sich entschieden. Der Postbote hat sie Ihnen gebracht oder Sie waren extra dafür in der Drogerie Ihres Vertrauens um Laktase in Kapseln oder im Klickspender zu kaufen. Sie sind gespannt, Ihre erste Laktase. Noch etwas achtsam haben Sie sich informiert wie viel FCC man bei wie viel Milchzucker (Laktose) dosieren soll und sich einen kleinen Joghurt gegönnt – eine Stunde später ist die Toilette besetzt. Durchfall, Blahungen, die altbekannten Symptome.

Warum nur?

Wenn Laktasepräparate nicht helfen, steht man als Betroffener mit Laktoseintoleranz oft allein im Regen. Oder man sitzt allein auf der Toilette und grübelt. Dabei ist Laktase (engl. Lactase) eigentlich bei Ihrer Intoleranz sehr zuverlässig. Die Wirkung ist nicht sehr kompliziert – so einfach sogar, dass die Europäische Lebensmittelaufsicht das Enzym als Hilfsmittel allein schon wegen der einfachen Wirkweise mit einer Dosierung von 4500 FCC anerkannt hat (90% aller geprüften Stoffe werden nicht anerkannt).

Das Laktase Enzym – ob in Tabletten oder Kapseln – gelangt in Ihren Magen, wird freigesetzt und vermischt sich dort mit dem Speisebrei und der Magensäure. Es spaltet den Milchzucker auf und hilft Ihnen bei ganz normaler Milch keine Symptome zu haben. Viel kann da eigentlich nicht schiefgehen und doch trifft es besonders ganz frisch Diagnositizierte manchmal besonders hart, weil eben doch etwas nicht klappt und die Verdauung verrückt spielt.

Eine Erfahrung, die laktosefreie Milch als einzige Lösung erscheinen lässt. Das ist doppelt schade, denn das Enzym kann zum Einen viel freier und selbstbewusster im Umgang mit Laktoseintoleranz machen – zum Anderen aber unterstützt es deine Verdauung nur, schützt dich vor Symptomen ohne deinen Körper dabei komplett von Milchzucker zu entwöhnen. Das kann wichtig sein, um nicht schon bei Spuren von Laktose Symptome zu bekommen.

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Grund 1 – Die richtige Dosierung von Laktase Tabletten ist nicht immer leicht

Tabletten oder auch Kapseln sind eigentlich nicht wirklich ideal um Laktase einzunehmen. Beide Formen brauchen im Magen erst Zeit um das wertvolle Enzym freizusetzen. Nur wenn es frei ist, kann es wirken. Manche Tabletten/Kapseln brauchen aber zwischen 5-20 Minuten bis das Enzym freiwerden kann – zuviel wenn Sie nur einen Schluck Milch in den Kaffee genommen haben oder nur einen kleinen Joghurt naschen.

Oft wird dann empfohlen, dass Sie einfach mehr Laktase nehmen sollten. Das Problem: Reine Geldverschwendung und oft eine Gelegenheit Ihnen Präparate mit extremen FCC-Einheiten zu verkaufen. Probieren Sie stattdessen die Tablette einfach im Mund zu kauen bis sie fein zerkleinert ist. Oder, wenn Laktase Kapseln das Mittel Ihrer Wahl ist, öffnen Sie sie und streuen Sie den Inhalt über Ihre Mahlzeit oder in Ihren Mund mit den ersten Bissen des Essens. Beides klingt etwas aufwendig, doch die Wirkung wird dadurch sehr verstärkt. Das Enzym kann sofort nach der Einnahme im Magen wirksam werden – wertvolle Zeit, die Sie ohne mehr FCC-Einheiten gewinnen.

Laktase-Tabletten & laktase-kapseln besser einnehmen
Tabletten sollten Sie besser kauen & Kapseln besser öffnen

Wichtig! Manchmal schreiben Hersteller der Präparate, dass Sie Ihre Tablette oder Ihre Kapseln vor der Mahlzeit einnehmen sollten. Das ist sinnvoll, weil das Präparat sich erst auflösen muss. Doch wenn Sie nicht genügend Wasser dazu trinken und die Tablette „einfach schlucken“, wird ein Teil der Laktase in der unverdünnten Säure im Magen zerstört. Auch Laktase Kapseln haben dieses Problem.

Wollen Sie dagegen wirklich das Beste aus Ihrer Tablette oder Ihren Kapseln holen, öffnen oder zerkauen Sie sie unmittelbar mit der Mahlzeit. Das ist extrem wichtig. Unser Ziel ist es herauszufinden, ob die Löslichkeit der Grund ist warum Sie trotz der Einnahme der Präparate Symptome haben. Deshalb wollen wir die Laktase so früh wie möglich im Magen freisetzen. Doch erst unmittelbar mit der Mahlzeit genommen (und damit anders als in der Anleitung des Herstellers) wirkt die Mahlzeit die Sie essen wie ein Schutz. Sie nimmt Magensäure auf und hilft dem Enzym so, nicht in einem Säurebad unterzugehen.

Idee 1:

Öffnen Sie Ihre Laktase Kapsel oder zerkauen Sie Ihre Laktase Tablette unmittelbar mit den ersten Bissen der Mahlzeit – sie wirkt so deutlich besser.


Werbung in eigener Sache: Die Laktasekampagne ist ein Projekt von Betroffenen für Betroffene – wir helfen Ihnen Milch wieder zu genießen. Mit Wissen aber auch mit Laktasepräparaten aus eigener Herstellung.

Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit und unsere Mittel.


Grund 2 – Dosierung von Anno dazumal

Alte Hasen mit langjähriger Laktoseintoleranz haben vielleicht irgendwo noch eine Dose Tabletten die älter als 4 Jahre ist. Ein Blick in die Dosierempfehlung verwundert dann auf den ersten Blick. Pro 5g Milchzucker (Laktose) werden 1000 FCC Einheiten empfohlen. 5g Laktose – das ist die Menge die 100ml reine Milch enthält. Auch heute noch wird diese Dosierung in manchen Foren oder auf Blogs wiederholt. Zu Unrecht. 1000 FCC-Einheiten reichen im Reagenzglas aus um 5g Laktose zu spalten. Doch Ihr Magen ist leider kein Reagenzglas & die Laktase kämpft dort mit Säure und Verdauungsenzymen. Beide machen ihr sehr zu schaffen und reduzieren ihre Wirkung.

1000 laktase-fcc sind zu wenig für 5g laktose
1000 FCC-Einheiten sind zu wenig für 5g Milchzucker unter den realen Bedingungen der menschlichen Verdauung.

Idee 2:

Nehmen Sie 3500 – 5000 Laktase-FCC pro Mahlzeit ein und lassen Sie sich weder von veralteten Dosierempfehlungen verwirren, noch vom Trend zu Präparaten mit extremen FCC Mengen einfangen. Warum wir eine Dosierung ganz unabhängig vor der Menge Laktose empfehlen,erfähren Sie hier  – es gibt wissenschaftliche Gründe gegen Hochdosispräparate, auch wenn sie gerade Mode sind (Zum Artikel).

Grund 3: Pawlows Glöckchen – wenn Laktose bei Ihnen den Alarm klingeln lässt

Die Eine oder der Andere wird die legendären Versuche von Pawlow noch erinnern. Hunde denen Essen (keine Milch!) nach einem Glockenspiel gegeben wurden, reagieren mit Speichel schon dann, wenn das Glockenspiel geläutet wird – sie warten auf das Essen. Das hat nichts mit einem Nocebo-Effekt zu tun, dem bösen Zwilling des Placebo-Effektes. Während der Placebo-Effekt Sie heilt obwohl Sie Tabletten aus Zucker bekommen hast, kann der Nocebo-Effekt Ihnen schaden weil Sie erwarten, dass die Tabletten nicht gut für Sie waren.

Diese Erklärung hören wir Betroffene öfter als uns lieb sein kann: „Hab dich nicht so, wegen dem Bisschen. Symptome? Blähungen? Durchfall? Alles Einbildung!“.

Doch tatsächlich scheint es so zu sein, dass nicht die Einbildung, wohl aber die Konditionierung wie bei Pawlows Hund eine Rolle dabei spielt, dass die Präparate nicht helfen. Ihr Körper reagiert in diesem Fall mit vorauseilendem Gehorsam und schützt Sie mit einem Durchfall. Das wunderliche ist: Bei manchen Betroffenen setzen diese Durchfälle schon innerhalb von wenigen Minuten ein. Lange bevor der Milchzucker den Magen und den Dünndarm passiert haben kann, um Symptome zu verursachen. Bisher gibt es dazu leider nur eine Untersuchung, die diesen Zusammenhang statistisch untersucht hat. Tritt Durchfall innerhalb kurzer Zeit nach dem Essen auf, kann der Grund nicht Laktose sein – es ist eher Ihr Körper der Sie vor den Symptomen schützen will, die Ihnen durch den Milchzucker entstehen können.

Konditionierung auf Laktose

Es ist eine Art pawlowsche Alarmglocke, deren Auslöser nicht klar ist. Vielleicht ist es die Konsistenz von Milch, vielleicht der Geschmack. Laktaseenzym hift in diesem Fall nicht, obwohl es wirksam ist. Ihr Körper reagiert noch bevor die Tablette an ihre Arbeit gehen kann und ganz unabhängig davon, ob sie den Milchzucker im Magen spaltet oder nicht. Das ist gut gemeint von Ihrem Körper (und es verdient Bewunderung wie schlau er ist). Der einzige Weg wie Sie diesem Effekt entgehen können, ist die drastische Reduzierung von Milch in jeder Form für ein oder zwei Wochen. Beginnen Sie dann langsam damit Milch eher Schluckweise oder Joghurt nur löffelweise mit Laktase zu essen (nutzten Sie die Millis, können Sie sie dazu kleinteilen). Joghurt ist dabei als Einstieg sehr empfehlenswert, denn viele Betroffene vertragen ihn nachweislich besser. Steigern Sie sich nur sehr langsam mit großer Geduld. Je öfter Sie Ihrem Körper zeigen können, dass Laktose nicht immer eine Katastrophe ist, desto bessere Fortschritte machen Sie zusammen. Das ist kein medizinischer Rat und ersetzt keinen Arzt, aber es ist aus unserer Erfahrung ein Versuch wert.

Idee 3:

Ihr Körper ist wundervoll und schlau – er schützt Sie vielleicht vor Laktose. Helfen Sie ihm dabei, die Waffen niederzulegen und führen Sie ihn mit Geduld heran. Kleine Laktosemengen mit wenig Laktase sind ein guter Einstieg um aus dem Durchfall wieder herauszukommen.

Grund 4 – da ist etwas im Busch.. oder im Bauch.

Gerade wenn Ihnen auch verschiedene Präparate nicht helfen und Sie auch hochwertige Marken probiert haben, gleich in welcher Dosierung und trotz des ekligen Geschmacks brav zerkaut mit viel Wasser, ist die Verwirrung oft sehr groß. Und ich will offen sein: es gibt neben unseren Laktasemitteln auch sehr gute in Apotheken und Drogerien. Aus meiner Erfahrung hilft Laktase im Grunde immer zumindest etwas – solange Sie eine Laktoseintoleranz haben. Es ist wichtig, dass Ihre Laktoseintoleranz diagnostizieren lassen. Denn Laktase Tabletten helfen nicht, wenn Sie gar keine Laktoseintoleranz haben. Und sie helfen Ihnen in zumindest einem Fall auch dann nicht, wenn Sie eine Laktoseintoleranz felsenfest diagnostiziert bekommen haben. Davon erfahren Sie leider nur selten und wir haben es auch erst durch den direkten Kontakt mit lieben Bestellern festgestellt, die uns geschrieben haben.

Dabei ist es eigentlich recht einsichtig: zwischen Magen und Dickdarm liegt der Dünndarm, der für Sie bei der Verdauung eine sehr große Rolle spielt. Dort werden viele Nährstoffe aufgenommen oder soweit verdaut, dass Sie sie aufnehmen können. Im Gegensatz zu Ihrem Dickdarm, der eine unglaublich große Zahl Darmbakterien enthält, ist Ihr Dünndarm ziemlich bakterienfrei. Die Verdauungsenzyme sind auch für Bakterien nicht leicht zu ertragen und zu Essen gibt es für sie auch kaum, denn Ihr Dünndarm nimmt einen großen Teil der Kohlenhydrate auf – und Ihnen damit weg. So hungrig und unter Beschuss halten sich dort nur sehr wenige Bakterien, die meist aus deiner Nahrung mitgenommen wurden. Doch manchmal geht hier etwas schief– bei einer Laktoseintoleranz zum Beispiel.

Statt die Laktose aufzuspalten und aufzunehmen, kann Ihr Dünndarm sie nicht mehr zerteilen – denn ihm fehlt das körpereigene Enzym Laktase. Sie schwimmt unverdaut im Dünndarm herum und ist ein gefundenes Fressen für Darmbakterien. Und davon warten im Dickdarm ein paar Millionen, die sich über neues Futter freuen. In manchen Fällen passiert es, dass die Dickdarmbakterien sich in den Dünndarm ausbreiten, weil es dort Futter gibt – bei Laktoseintoleranz ist die Laktose das Futter. Dort haben sie aber nichts zu suchen. Und in diesem Fall helfen Laktasepräparate nicht immer. Denn Laktase spaltet den Milchzucker auch in Traubenzucker (Glucose) auf. Glucose fressen alle Bakterien sehr gern – und machen Ihnen munter weiterhin Probleme, weil sie schon da sind.

Dieses Problem nennt sich Dünndarmfehlbesiedlung und ist erst seit wenigen Jahren mehr in den Fokus gerückt. Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung macht sogar Traubenzucker Probleme. Und Traubenzucker entsteht, wenn Laktase im Magen den Milchzucker spaltet.

Die Tabletten helfen nicht – aber sie wirken. Und Sie merken Probleme auch dann, wenn Sie gar keine Milchprodukte genommen hast. Ich vermute dass die Angst die Einige von uns vor kleinsten Spuren Laktose haben („Versteckte Laktose“) vielleicht auch damit zusammenhängt. Spüren Sie also sogar über den Tag trotz wenig oder gar keiner Milchprodukte weiterhin Probleme, ist ein Gespräch mit dem Arzt gefragt. Sprechen Sie ihn unbedingt darauf an, ob Sie nicht zusammen einen Atemtest mit Taubenzucker machen könnten. Dieser Test hilft dabei herauszufinden ob Ihre Darmbakterien dort sind wo sie hingehören oder ob sie sich zu weit vorgewagt haben.

Idee 4:

Manchal hift Laktase nicht, aber sie tun trotzdem Ihre Arbeit. Der Grund könnte in einer Dünndarmfehlbesiedlung liegen, die Sie mit ihrem Arzt besprechen sollten.

Zusammengefasst:

Wenn Ihnen Laktase also nicht hilft ist es gut noch einmal sicherzugehen, dass Sie richtig dosieren und die richtige Menge nehmen. Treten bei Ihnen Durchfälle in kurzer Zeit auf, reduzieren Sie die Milchmenge und gehen Sie die Begegnung mit Milch langsam an, fast kleinlich. Und wenn Sie merken, dass Sie Probleme wie Blähungen haben, die nicht durch Laktase verschwinden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über andere Intoleranzen – gerade wenn selbst Traubenzucker Probleme bereitet, kann die Ursache vielleicht in einer Dünndarmfehlbesiedlung liegen.


Werbung in eigener Sache: Die Laktasekampagne ist ein Projekt von Betroffenen für Betroffene – wir helfen Ihnen Milch wieder zu genießen. Mit Wissen aber auch mit Laktasepräparaten aus eigener Herstellung.

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