• Laktase FCC - was ist das?

    Was ist eigentlich ein Laktase FCC?

    Es waren einmal Betroffene ohne die Laktase FCC, die doch gern mal wieder ein Eis essen oder einen Kaffee mit Milch trinken wollten. Die Laktase-Tabletten versprachen ihnen, dass sie diesen Wunsch erfüllen würden, und jede rühmte sich damit, es besser zu können als die andere. Doch die Betroffenen wussten nicht, welche Laktase-Tablette denn die richtige für sie sei, und verirrten sich zu den Tabletten mit der größten Menge Laktase. Da lachte der Milchkaffee und es erging ihnen sehr schlecht damit.

    Als die ersten Laktasepräparate auf den Markt kamen, war es unfassbar schwer für uns Laktoseintolerante, sie zu vergleichen. Nun, zumindest zwischen den wenigen, die es gab. Bis heute ist in einigen Ländern ein Vergleich fast unmöglich – in Großbritannien zum Beispiel wird weiterhin das Gewicht der Laktase für Laktasepräparate angegeben. Auch in den vereinigten Staaten finden sich oft Präparate mit ausschließlich qualitativen Angaben wie „ultra-starke Lactase“,„extra starke Lactase “ oder „starke Lactase“ (amüsanterweise nie „schwach“).

    Du suchst nach Laktase? Mit diesen 4 Hinweisen findest du die Richtige! (Zum Artikel)

    Das ist ein ziemlich großes Problem für uns von Laktoseintoleranz Betroffene, denn die sicher sehr beruhigenden Stärkenangaben helfen uns nicht bei der Dosierung. Es wird versucht, uns Betroffene in einem Zustand der Inkompetenz zu halten, indem der Dosierung blind und meist komplett überdosiert gefolgt werden muss. Das ist gut für Unternehmen, denn wir verbrauchen mehr. Und wer einmal halbwegs beschwerdefrei ist, ist eng an dieses Präparat gebunden, denn er erinnert sich zu gut daran, was es hieß, die Dosierung der Tabletten „Extra-Stark“ herauszufinden – Durchfälle, Bauchweh oder zumindest große Unsicherheit im Umgang mit der eigenen Intoleranz. Das möchte man als Betroffener nur einmal erleben müssen und bleibt bei diesem Präparat – noch besser für das Unternehmen.

    Wenn man sich fragt, wie stark ein Enzym ist, gibt man das als „Aktivität“ an.

    Laktase-FCC geben an, wie oft laktose in glucose und galactose pro minute gespalten wird.
    Man kann es sich vorstellen wie eine Tür, durch die Laktose hindurchgeht um gespalten am anderen Ende herauszukommen.

    Man kann es sich vorstellen wie eine winzig kleine Zaubertür – Laktose geht hindurch und kommt zerteilt als Glucose und Galactose wieder heraus. Die Aktivität gibt – um im Bild zu bleiben – an, wie oft sich diese Tür in der Minute öffnet oder schließt. Wie oft also Laktose hindurchgehen und von dem Enzym gespalten werden kann. Es ist diese Aktivität, die für uns Betroffene wichtig ist, nicht das Gewicht. Denn es ist egal, wie schwer oder wie leicht die Tür ist – wichtig ist, wie schnell sie aufgeht und ihre Arbeit macht. Wie oft Laktase also Milchzucker (Laktose) pro Minute spalten kann.

    Indem die Firmen nur den Gehalt an Enzym in den Tabletten in Milligramm angeben, nutzen sie wie so oft einen Trick. Je unreiner das verpresste Pulver ist, desto schwerer ist das Präparat. Es sind dann neben Laktase noch andere Eiweiße enthalten. Die schaden nicht, aber sie machen das Pulver eben schwerer. Und es ist sogar preiswerter herzustellen, weil die teure Reinigung der Laktase wegfällt. Das ist für den Unternehmer eine tolle Situation, denn er spart Geld und kann trotzdem auf die Tablette schreiben, dass 500 mg Laktase enthalten sind. In deutschen Präparaten sind oft gerade mal 25-200 mg Laktase als Pulver enthalten

    Die Angabe Laktase FCC erleichtert uns Laktoseintoleranten den AlltagWas für ein Unterschied! Das verleitet dazu, das Präparat mit mehr Milligramm Laktase zu kaufen. Während in Deutschland 100 mg Laktase meist 60 mg reines Enzym und 40 mg Trockenmittel enthalten (besonders bei einer Tablette im Klickspender), sind in dem schweren Präparat am Ende vielleicht Pulver  mit 30 mg Enzym und 470 mg anderen Eiweißen. Die Präparate (meist Kapseln) enthälten weniger Enzym, sind aber größer und – treibt es die Firma auf die Spitze – teurer.

    Auftritt des Helden: FCC

    Was zunächst wie ein Sportklub oder eine vertippte Badekultur klingt, ist bei Laktoseintoleranz die zweitschönste Erfindung nach der Laktase selbst. Denn wenn man sich als Betroffener nicht auf vollmundige Adjektive wie „ultra-stark“ oder auf irreführende Gewichtsangaben verlassen kann un zu wissen, wieviel Laktase sie Präparate enthalten, dann aber auf die FCC.

    F.C.C. heisst eigentlich Food Chemical Codex – der Name für ein amerikanisches Buch, in dem seit 1966 Lebensmittelzutaten aufgelistet werden, wie sie in in einem Lebensmittel Verwendung dürfen. Der wichtigere Teil des F.C.C. sind aber die festgeschriebenen Tests. Vor dem FCC mussten Verarbeiter und Lieferanten sich immer wieder auf einen Weg einigen, wie man Lebensmittel un dIhre Zusätze prüft. Wie stellt man fest, wie rein sie sind? Wie wirksam sind sie? Ist die Qualität hoch oder niedrig?

    Was zunächst einfach klärbar ist, entpuppt sich als ziemliche Herausforderung: Wenn das Labor eines Produzenten Qualität mit der einen Methode, der Käufer es aber mit der anderen Methode misst, kommt es oft zu starken Abweichungen – und großem Ärger, weil der Käufer sich betrogen fühlt. Und selbst wenn beide eine gleiche Methode einsetzen, sorgen schon kleine Änderungen oft für deutlich andere Ergebnisse.

    Das Mammutprojekt des F.C.C. setzt dagegen verbindliche Tests fest, auf die sich Produzent und Käufer von Zutaten für Lebensmittel berufen können. Wenn man also wissen will, wie hoch die Qualität ist, schlägt man im F.C.C.-Buch nach der Methode nach, führt sie durch und hat einen guten Vergleich. In diesem Buch finden sich zum Glück auch zwei Laktasen mit festgeschriebenen Methoden zur Messung.

    Es gibt also einen F.C.C. und zwei Laktase FCC?

    Ja, im Grunde schon. Erstmal das Buch indem die Tests stehen – den F.C.C.. Darin gibt es eine Methode für Laktase, die im eher sauren Magen bei der Einnahme einer laktosehaltigen Mahlzeit wirkt und es gibt eine Methode für Laktase, die für die Herstellung laktosefreier Milchprodukte und Spaltung der Laktose in Milch verwendet wird. Die Einheit der ersten heisst eigentlich FCC-ALU (für Acid Lactase Units, „Einheiten saurer Laktase“). Da nun aber alle Hersteller von Laktasepräparaten die Laktase nehmen, die im Magen wirksam ist, hat man das ALU auf den Verpackungen einfach weggelassen – aus FCC-ALU wurden die FCC, die du auf allen Laktasepräparaten (die ehrlich sind) finden kannst. Der Name des Buches F.C.C. wurde in Deutschland synonym mit der Einheit Laktase FCC!

    Aber was ist denn nun eigentlich ein FCC (nicht das Buch, die Einheit!)?

    Die Einheit gibt an, wie stark saure Laktase wirksam ist. Doch hier gibt es zwei Probleme. Der Test sollte einfach sein und gut vergleichbar, sodass Hersteller und Verarbeiter der Laktase leicht prüfen können, ob alles in Ordnung ist. Für uns Betroffene aber sind die FCC eigentlich nicht sonderlich ideal, denn uns interessiert nur eins: Wieviel Milchzucker spaltet diese Laktasetablette in meinem Magen? Und das misst man gar nicht, wenn man die Laktase nach dem FCC (hier: das Buch!) untersucht – das erste Problem.

    Man misst bei dieser Methode, wieviel gelbfarbiges Nitrophenol pro Minute entsteht, wenn Laktase mit o-Nitrophenyl-β-D-galactopyranosid bei 37 Grad versetzt wird. Diese unaussprechliche Substanz ist ein sogenanntes Chromogen – ein Stoff, der etwas Farbiges freisetzt, wenn er gespalten wird. Und Laktase kann ihn spalten, die dabei entstehende gelbe Farbe misst man und rechnet sie auf eine Minute herunter. Ein FCC als Einheit gibt also eigentlich an, wie viel gelben Farbstoff Laktase pro Minute bei 37 Grad im Reagenzglas freigibt. Und das ist für uns Laktoseintolerante eher nicht so aussagefähig. Lange Zeit fand sich deshalb auch in Deutschland auf Präparaten die Angabe, dass 1000 Einheiten 5g Laktose spalten würden. Dafür hatte man Laktase bei 37 Grad mit Laktose im Reagenzglas zusammengebracht und gemessen, wie viel Nitrophenol frei wird. Das Ergebnis heißt dann 3500, 4500, 5000, 7500 oder sogar 14500 FCC.

    Unser Magen ist jedoch kein Reagenzglas, in dem Laktase relativ gemütlich mit der Laktose zusammen schwimmt und sie spalten kann. Im Magen wird die Laktase von eiweißspaltenden Enzymen und der produzierten Säure angegriffen. Sehr viel ungemütlicher – und das hat seinen Preis. Korrekt eingenommene Laktase (mit den ersten Bissen der Mahlzeit) wird zwar zum Glück durch die Nahrung sehr vor diesen Einflüssen geschützt & dennoch verliert sie im Vergleich zum Reagenzglas rund 60 % ihrer Wirkung unter wirklichkeitsnahen Bedingungen.

    Anhand dieser Daten entstand die neue Dosierempfehlung von 2500-5000 Einheiten pro 5 g Laktose, also zumindest das Doppelte. Da man nun oft nicht genau weiß, wieviel Laktose in einer Speise ist, haben viele Hersteller (wie wir auch lange) sich dafür entschieden 5000 Einheiten pro 5 g Laktose zu empfehlen. Das ist ein Sicherheitsfaktor von fast 2 für all die kleinen oder großen Dinge, die der Laktase im Alltag im Weg stehen könnten.

    5000 fcc helfen auf 100ml milch
    Pro 100ml Milch oder 100g Milchprodukt benötigen die Meisten Betroffenen 5000 Laktase-FCC Einheiten

    Davon weichen wir seit kurzem ab und empfehlen eine pauschale (und weniger teure) Dosierung von 5000 Einheiten pro Mahlzeit – warum, das erfährst du hier

    So sind wir bei der Laktasekampagne heute bei 5000 FCC (ganz ohne ALU) als Empfehlung pro Mahlzeit angekommen – eine lange Reise von den ersten Messungen der gelben Farbe immer weiter bis zu alltagsnahen Werten bei Laktoseintoleranz. Auf dieser Reise hat uns das FCC begleitet und hilft uns heute dabei, unabhängig von Dosierempfehlungen und Gewichtsangaben alle Laktasepräparate transparent zu vergleichen und eine aufgeklärte Entscheidung zu treffen. Und dabei Laktase kostensparend zu dosieren. Oder die Präparate eben auch leicht zu wechseln, wenn wir etwas Neues probieren.

    Das FCC ist also ein kleiner Held im Schatten der Laktase!

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    Die richtigen Laktase Tabletten

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