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  • Das Laktase nur eine Hilfe für seltene Ausnahmen und laktosefreie Lebensmittel die einzige Dauerlösung sein sollen - das liest du oft im Netz. Doch was ist dran?

    Laktase Tabletten nur in Ausnahefällen? – Eine Verteidung

    Laktase Tabletten haben einen schwierigen Stand. Meist beginnt es mit einem Rat des Arztes, einem Hinweis einer Bekannten oder aber mit einem Artikel im Internet – genau wie diesem. Du bist frisch mit Laktoseintoleranz diagnostiziert und weißt nicht recht, wie du mit deiner neu gewonnenen „Superkraft“ umgehen sollst. Auf der Suche nach Rat stößt du auf den immer gleichen, immer wiederholten Grundton:

    Laktoseintolerante sollen Laktose (Milchzucker) unbedingt meiden! Laktase (engl. Lactase) ist ein Medikament und nur für Ausnahmefälle.

    Es ist ein Schema im Umgang mit Laktoseintoleranz, dass ich seit Jahren immer wieder finde und das sich fest in den Kopf vieler Laktoseintoleranter gebrannt hat. Das macht sich auch im Umgang mit Laktase bemerkbar. Während die Einen die Tabletten, Kapseln oder Millis strikt als Medikament ablehnen („Ich nehme doch keine Chemie!“), neigt eine andere Fraktion gerade aus Unsicherheit im Umgang mit Laktase zu drastischen Dosierungen („Ich bin stark intolerant und brauche eine starke Dosierung. Ich soll Laktose ja meiden!“). Unabhängig davon, dass es eventuell tatsächlich einen kleinen Teil Laktoseintoleranter geben könnte, die eine stark ausgeprägte Sensitivität gegenüber Laktose besitzen, dürfte der Fall für die Mehrheit der Laktoseintoleranten anders liegen.

    Du suchst nach Laktase? Mit diesen 4 Hinweisen findest du die Richtige! (Zum Artikel)

    Dieser Artikel soll dir helfen einen anderen Blick auf Laktase als Möglichkeit bei Laktoseintoleranz zu gewinnen. Dabei will ich offen darin sein, dass er sich aus meiner eigenen Erfahrung, der unserer Besteller und der wissenschaftlichen Literatur schöpft. Wenn dir der Artikel in gewissen Punkten also einseitig erscheint, so hat das Methode: Er will dir eine Gegenposition zu dem allgemein geschriebenen Schema „Vermeiden + Laktase nur im Ausnahmefällen“ geben, damit du zwischen den Beiden deinen eigenen Weg finden und wählen kannst. Er will dich zum kritischen Hinterfragen und mutigen Probieren anregen, wo bisher viel Werbung mit Angst gemacht wird.

    1. Laktase ist Chemie – laktosefreie Milchprodukte sind natürlich?

    Laktosefreie milchprodukte wirken natürlicher
    …sind aber so natürlich oder unnatürlich wie sinnvoll gemachte Laktase Präparate

    Das Laktase „Chemie“ ist, ist das Ergebnis der Darreichungsform als Tablette und der abenteuerlichen Zusatzstoffe, die in den meisten Tabletten enthalten sind. Tabletten tragen immer den Grundton einer Krankheit mit sich, die kuriert werden müsste – und unaussprechliche Stoffe wie Polyvinylpyrrolidon helfen nicht gerade dabei, diesen Grundton abzuschwächen.

    Dabei ist da Enzym selbst ein Fermentationsprodukt und kein synthetisch hergestellter Stoff, wie es etwa viele Medikmente sind. Laktase ist zudem nichteinmal ein Medikament, sondern gilt rechtlich europaweit als Lebensmittelzusatzstoff oder allgemein gesagt: Als schlichtes Lebensmittel.
    Das Enzym ist ein Protein wie soviele andere Proteine in unserer Nahrung und ebenso wie diese Nahrungsproteine, so hat auch Laktase besondere Wirkungen und Eigenschaften. Diese besondere Wirkung entsteht nicht durch chemische Veränderungen, sondern über den ganz natürlichen Aufbaus des Proteins – Enzyme sind Proteine, die aufgrund Ihres Aufbaus eine besondere Funktion erfüllen können. Für Laktase ist diese Funktion die Spaltung von sogenannten Beta-Glycosiden – Laktose (Milchzucker) ist Eins davon!

    Laktase tabletten sind ebenso natürlich
    Laktase in Tabletten und laktosefreie Milchprodukte mit zugesetzter Laktase sind beide gleich wenig oder gleich viel „Chemie“ – wenn die Zusätze stimmen

    Laktase ist also ein Protein mit besonderer, aber ganz natürlicher Funktion. Auch viele laktosefreie Milchprodukte enthalten Laktase als Zusatz, der in der Molkerei den Laktosegehalt reduziert und danach zerstört wird. Diese Laktase ist so natürlich oder auch unnatürlich wie die Laktase in Tabletten. Zugegeben, in laktosefreien Milchprodukten kommt die Hefe-Laktase besser versteckt daher und erinnert nicht an ein Medikament – unseren Millis sieht man aber zum Beispiel nichts tablettiges mehr an und sie sind frei von synthetischen Zusätzen. Der Unterschied zwischen den Laktasen ist also per se gering im Hinblick und bei manchen Präparaten wie Unseren wurde auch auf andere chemische Bestandteile verzichtet.

    2. Laktase Tabletten nur in Ausnahmen – das ist sonst gefährlich

    Das Laktase nur für Ausnahmen geeignet wäre, wird meist dadurch begründet:

    dass immer etwas Laktose „durchrutschen“ könnte
    dass man als Laktoseintolerante ja nicht immer genau dosiert und dadurch etwas kaputt macht
    dass laktosefreie Lebensmittel mit ihrem garantiert niedrigen Laktosegehalt sicherer sind

    Zunächst steckt hinter jeder der Begründungen eine unausgesprochene Annahme, nämlich dass Laktose grundsätzlich bei Laktoseintoleranz eine Gefahr in einer Konzentration von über einem Gramm bedeutet, das mehr ein Gift wäre das schwere Folgen haben kann. Das trifft gerade bei frisch Diagnostizierten auf fruchtbaren Boden, die sich oft lange mit schweren Beschwerden herumgekämpft haben und froh sind, endlich eine Lösung gefunden zu haben. Das Problematische an dieser Annahme ist, das sie mit recht großer Sicherheit falsch sein dürfte.

    Prüft man die Studienlage dazu, wieviel Laktose ohne Laktase oder andere Hilfen bei Laktoseintoleranz vertragen werden können, so zeigen zumindest ein Dutzend Studien eine Menge im Bereich mehrerer Gramm und damit deutlich mehr als die angenommene Grenze von maximal einem Gramm. Innerhalb dieser Grenze von mehreren Gramm – konkret bis zu 12 Gramm – wurde in den Untersuchung weder ein Zusammenhang mit dem Atemgas noch mit Beschwerden gefunden. Die absolute Mehrzahl von uns dürfte also deutlich mehr Laktose ohne Hilfe wie Laktase vertragen. Wird diese individuelle Grenze überschritten, treten die altbekannten Beschwerden auf – aber sind es auch bösartige Giftstoffe, wie es in 2016 eine große deutsche Zeitung herausschrieb?

    Gifte aus laktose trotz laktase?
    Bisher gibt es dafür keine Hinweise – ein bewusster Konsum hilft Betroffenen

    Schaut man sich die Literatur an und sucht nach Begründungen dafür, dass Laktose Quelle für Giftstoffe im Darm ist, findet sich nur eine Autorengruppe an einer selbstgegründeten Kurklinik die diese Meinung vertritt und dabei eher unwissenschaftliche Quellen zitiert und mehr Ideen als wissenschaftliche Ergebnisse selbst veröffentlicht. Diese Arbeitsgruppe geht davon aus, dass bei der aneroben Fermentation von Laktose im Darm ein Stoff namens Methylglyoxal frei wird – das wiederrum wird dann gleich mit Krebs, Diabetes und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht. Problematisch daran unfassbar viel. Die anerobe Fermentation ohne Sauerstoff findet im Dickdarm mit nahezu allen Ballaststoffen statt, nicht nur mit Laktose. Auch die Gase, die wir nach jedem Bohnenessen in die Welt pupsen, entstehen auf dem selben Weg. Unsere Darmflora bildet auf diesem Weg Ihr notwendiges Futter – und das einiger Darmzellen gleich mit. Im Fall von Laktose bildet die Darmflora mit ihrer eigenen Laktase verschiedene Stoffe, zu denen neben Gasen auch kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure gehören, die sogar ziemlich nützlich sein können. Anerobe Fermentation findet also nicht nur bei Laktose statt und es ist nichtmal ungewöhnlich, dass ein Darm Stoffe fermentiert, die wir direkt nicht verdauuen können. Davon lebt er!

    Wie steht es nun um das vermeintliche Gift Methyglyoxal? Einige Menschen schwören traditionell auf Manukahonig, dessen Hauptbestandteil Methyglyoxal ist. Einige Studien assoziieren den Stoff sogar mit krebsprotektiver Wirkung und eine Untersuchung hat direkt geprüft, ob Kot indem Laktose durch die Darmbakterien verdaut wurde vielleicht zellschädigend sein könnte – und konnte keine Zellschädigung feststellen, obwohl sie sich sehr bemüht haben.

    Es gibt aktuell also nur Hypothesen (oder noch strenger gesagt: Behauptungen) das aus Laktose entstehende Stoffe wirklich giftig sind  – und es lässt sich kaum zeigen, dass diese Stoffe exklusiv bei Laktose entstehen und nicht ganz normal bei jeder Verdauung.

    Für die Begründungen, dass man Laktase nur in Ausnahmen nehmen sollte, also

    dass immer etwas Laktose „durchrutschen“ könnte
    dass man bei Laktoseintoleranz ja nicht immer genau dosiert und dadurch etwas kaputt macht
    dass laktosefreie Lebensmittel mit ihrem garantiert niedrigen Laktosegehalt sicherer sind

    hat das einige Bedeutung.

    Es ist anzunehmen, dass auch bei Laktosetoleranten immer mal Laktose in den Dickdarm gelangt. Die körpereigene Laktase reagiert nicht auf die Menge der Laktose in der Nahrung – essen Tolerante viel Laktose, dann haben sie trotzdem nicht mehr körpereigene Laktase im Dünndarm. Das „durchrutschen“ ist also nicht auf unsere Intoleranz beschränkt, bei uns ist es im Zweifel nur deutlich mehr.

    Anhang der Studienlage können wir aber sehen, dass es selbst bei mehreren Gramm für die Mehrheit kaum Probleme geben dürfte. Wenn Laktase als Möglichlkeit mehr Freiheit im Alltag zu haben also abgelehnt wird, weil Laktose durchrutschen könnte, müssen wir uns vor Augen führen dass mehrere Gramm ohne Probleme durchrutschen könnten. Dazu ein Rechenbeispiel: Mit rund 5000 FCC Laktase lässt sich eine Reduzierung des Wasserstoffs im Atems, der durch die Verdauung von 25g Laktose entsteht, um rund 80% erreichen. Gehen wir davon aus, dass viele Laktoseintolerante mehrere Gramm Laktose gut vertragen – und darin bestärken uns einige Studien seit den 1970ern bis heute – dann könnte einiges an Laktose „durchrutschen“ und die Mehrzahl der Betroffenen dürfte nichts davon spüren. Bei 25g wären nach 80% Reduzierung noch 5 ungespaltene Gramm übrig. 25 Gramm, das ist ein halbes Kilo Joghurt und immernoch eine Menge, bei der die „durchgerutsche“ Laktose innerhalb der Toleranz der Mehrzahl aller Betroffenen ist. Es bräuchte also unrealistische Mengen Laktose für jeden bewusst lebenden Betroffenen, damit Laktase problematische Mengen Laktose durchrutschen lässt.

    Das wirft gleichzeitig auch ein schwieriges Licht auf die Annahme, dass wir Betroffenen immer wieder falsch dosieren und unseren Darm damit schädigen. So plausibel es klingt, so schwer ist es im Detail nachvollziehbar. Wir empfehlen unseren Bestellern mittlerweile mit einem Milli pauschal pro Mahlzeit zu dosieren und der absoluten Mehrzahl geht es gut (und sie sparen viel Geld). Denn die oben geschrieben reichten rund 5000 FCC bei der Gabe von 25 g Laktose aus, um die Auswirkungen der Laktose um 80% – und damit in ein beschwerdefreies Maß – zu reduzieren. 25 g Laktose sind schwer zu erreichen und im Grunde nur dann, wenn man es wirklich, wirklich will. Ein großer Eisbecher im Sommer oder ein sehr großer Teller Suppe mit viel Sahne wären nötig um diese Grenzen zu überschreiten. Zufällig und unbewusst erwischt das keine Betroffene, die ein wenig Erfahrung (oder Hilfe von uns!) hat.
    Die Dosierung haben auch wir über Jahre unnötig verkompliziert – es ist fast unmöglich Laktase mit rund 5000 FCC falsch zu dosieren, wenn das Präparat die mit Bedacht für die Besonderheiten des Enzyms hergestellt wurde, sich also schnell löst und das Enzym rasch freisetzt.

    Damit ist auch das letzte Argument, das laktosefreie Milchprodukte durch den garantiert niedrigen Gehalt sicherer sind, schwer nachvollziehbar. Viele Betroffene dürften deutlich mehr als ein Gramm vertragen, damit soviel Lakotse „durchrutscht“ braucht es schon viel Laktose im Essen bei einer normalen Dosierung von 5000 Laktase-FCC. Die durchgerutsche Laktose ist auch weder giftig, noch sorgt sie in diesen Mengen für Beschwerden – beides ließ sich nie nachweisen. Wenn also von „sicher“ die Rede ist, dann ist unklar, wovor wir Betroffenen geschützt werden sollen und wieso mehr „Sicherheit“ nötig ist, wenn es denn schon reicht die Laktose mit Laktase in den individuellen Toleranzbereich hinein zu reduzieren. Laktoseintolerante sind in der Mehrzahl in diesem Bereich beschwerdefrei und auch laktosefreie Milchprodukte machen sie nicht „beschwerdefreierer“.

    Laktase und laktosefreie Produkte

    Zusammengefasst:

    Laktase ist so chemisch oder unchemisch wie jedes Nahrungsprotein – und in laktosefreien Milchprodukten ebenso zugesetzt. Laktase spaltet Laktose recht zuverlässig in einer Stärke, die für die absolute Mehrzahl der Betroffenen ausreichen dürfte. Von dem, was an Laktose hindurchrutscht, ist kein Schaden zu erwarten. Die Stoffe, die dabei entstehen, entstehen bei der Verdauung von anderen Stoffen ebenfalls, es gibt keinen Hinweis auf Ihre Giftigkeit und es braucht recht große Mengen Laktose, damit Beschwerden aus der reinen Menge verdauter Lakotse entstehen können. So große Mengen, dass du Sie als aufgeklärter Betroffener und aufgeklärte Betroffene nur mit viel List und Tücke, kaum aber überraschend, erreichen würdest. Wenn dein Lieblingseisbecher also riesig ist, dann nimm doch besser 10 000 FCC – für alle anderen Leckereien werden 5000 FCC ohne böse Überraschungen ausreichen!

    Nächster Artikel: Mit diesen 4 Hinweisen findest du die richtige Laktase für dich

    Die richtigen Laktase Tabletten

    (Zum Artikel)

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